„Stay in your head, you’re dead“ – Wie du aus deinem Kopf rauskommst

Isabella

Neulich habe ich den Film „I’m not your guru“ über Tony Robbins gesehen. Zum zweiten Mal. Kennst du das, wenn es manchmal etwas dauert bis der ein oder andere Satz bzw. eine Erkenntnis wirklich durchsickert und im Kern ankommt? Nun ja da war es so. Ein Satz in diesem Film geht momentan ständig in meinem Kopf auf und ab:

„Stay in your head, you’re dead“

Warum er so wichtig war? Ich war vor ein paar Tagen wirklich ziemlich stuck in my head. Meine Schwester ist acht Jahre jünger und hatte ihre große 18er Party, bei der ich hinter der Bar stand und Drinks an ihre Freunde ausschenkte, die in meinem Kopf noch 12 Jahre alt sind und Zahnspange tragen. Puff, da kümmerst du dich noch um Kindergeburtstage und zack in der nächsten Szene, nach einem „12 years later“ siehst du eine Bar in einer kleinen Hütte. Laute Musik, Lachen, kaputte Becher und ein voller Getränkevorrat, der stetig aber beständig leerer wird und du merkst was Vergänglichkeit bedeutet, wenn du merkst, dass du das älteste Mädchen im Raum bist. Wooooff, was für eine Erkenntnis! Ich merkte, dass meine Zeit als Teenie wirklich schon eine ganze Weile her ist, dass ich eigentlich niemanden etwas beweisen muss, dass ich froh bin zu sein wer ich bin und dann aber doch andere Gedanken habe.

An diesem Abend wusste ich einfach nicht wie ich mich verhalten sollte, wer ich in meiner Rolle als große Schwester eigentlich wirklich bin? Ich wohne schon seit Jahren nicht mehr zuhause und habe die Teeniejahre meiner Schwester mit Studium und Arbeit nicht so richtig mitbekommen. Was im Nachinein sehr schade ist.

Sollte ich enorm cool sein und alle abfüllen (Sorry Oma)? Sollte ich spießig sein und die Musik von Zeit zu Zeit leiser drehen? Sollte ich einen Witz nach dem anderen reißen? Sollte ich selbst mehr trinken? Sollte ich alle darauf ansprechen wie groß sie geworden sind und sie fragen was sie gerade so im Leben machen? (Small talk- Ödnis) Oder mich kühl zeigen und alles emotionslos an mir vorüber gehen lassen?

Shit nein, allein wenn ich diese Zeilen lese wird mir klar: Ich bin ich, egal ob große Schwester, im Job, als Freundin oder sonstwelche Rolle: Ich bin ich und egal was ich sage und tue, es ist ok. In einem meiner letzten Seminare habe ich gelernt:

Die meisten Menschen interessieren sich nicht die Bohne für dich, sie sind einfach mit sich selbst beschäftigt und sind in ihrem eigenen Kopf.

 

Und das ist alles andere als böse oder beleidigt gemeint. Es nimmt mir den Druck, wenn ich realisiere, dass jeder die Welt durch seinen eigenen Filter sieht. Erfahrungen, Gefühle, alles prägt uns und lässt uns die Welt unterschiedlich sehen. Deshalb sind Gespräche mit anderen Menschen so erhellend und interessant, wenn wir andere Sichtweisen kennenlernen. Das macht Reisen und andere Sprachen interessant. Es ist dann auch ok mal was bescheuertes zu sagen und nicht alles cool zu finden. Es ist ok sich auch mal unsicher zu fühlen und verlegen nichts zu sagen. Weil du nach deinen eigenen Maßstäben lebst. Du bestimmst in deinem Kopf was toll ist und was ein No-Go. You’re the boss baby!

Ja und wie kommt man da hin?

Mir half eben dieser Satz von oben selbst einen großen Sprung aus meinen Gedanken zu machen. Warum sollte ich auch da drin stecken, während die Welt da draußen so groß, bunt, atemberaubend und wunderbar ist?

Was mir noch half und zwar ganz konkret zum nachmachen:

  1. Tief durchatmen und entspannen so gut es geht („Fake it, till you make it baby!“)
  2. Situation wertfrei beschreiben: Was passiert hier? Was würde ein Außenstehender sagen?
  3. Mega-Tipp! Deine Gefühle und dein Innenleben in der dritten Person beschreiben: Isabella fühlt, dass … . Sie denkt, dass … Versuche dich hier noch zu verurteilen. Du bist ok so wie du bist!
  4. Den Raum fühlen, der zwischen dir und deinen Gefühlen und der Situation entsteht.
  5. Darin verweilen und spüren wie es leichter wird. Aaaaaaaaahhh!
  6. Jetzt erst: Handeln

Das half mir die Situation gelassener zu sehen. All die aufkommenden Emotionen und Gefühle was das Thema eigene Vergänglichkeit angeht sind schon echt eine Wucht! Da gibt es meiner Meinung nach nichts schön zu reden oder abzutun. Das ist mir bisher noch nie passiert. Glaubst du selbst insgeheim nicht auch sowas wie ‚Ich hab alle Zeit der Welt, foreveryoung und so?‘ oder ‚Das mach ich noch ein bisschen weiter und dann irgendwann mach ich X oder Y‘

Eins vergesse ich selbst dabei oft: Ich bin nicht mein Körper, ich bin nicht die Rolle, die mein Umfeld mir zuschreibt. Warum nicht? Wenn du die Übung oben gemacht hast, wer oder was ist das dann, das deine Gefühle und die Situation von außen betrachten kann? Was ist das? Meiner Meinung ist das genau das was wir alle sind: reines Bewusstsein. Nicht mehr nicht weniger. Das hilft mir alles mit etwas Abstand zu betrachten. Ich bin deshalb kein Stoiker, aber ich habe gemerkt, dass mir das hilft, gelassen und in meiner Mitte zu bleiben. Deswegen ist das Thema nicht zwangsläufig aufgelöst, aber ich laufe nicht davon und versinke gleichzeiting nich in einem Meer aus Selbstmitleid und fießen Gedanken. Und das gibt mir Kraft in unsicheren Situationen aus dem Herzen zu handeln.

Was machst du in Situationen, in der du aus deinen Gedankenkarussell nicht aussteigen kannst? Wenn du stuck bist? Ich würde mich sehr freuen zu hören, was sonst noch alles hilft!

 

About
Isabella ist die Seele hinter Hippie Hippie Yeah. Ihre Herzensmission ist es dir Anregungen und Inspiration zu geben, die dich deiner eigenen Natur näherbringen. Sie findet, dass Bergschuhe und ein eiskalter Munich Mule hervorragend zusammen passen und steht auf Baummeditationen und gute WG-Partys. Denn das Leben ist zu kurz, um nicht rauszugehen, yeah!
Showing 2 comments
  • Fabian
    Antworten

    sweet! Auch die Startseite ist richtig gut geworden 🙂

Leave a Comment

CAPTCHA-Bild
Bild neuladen

*

Start typing and press Enter to search